Panikattacken – wenn die Angst plötzlich übermächtig ist

 

Herr W. kennt das: unvermittelt und ohne erkennbaren Auslöser ist sie plötzlich da – die Panik. Das Herz rast, das Atmen fällt schwer, Schwindel, Benommenheit und das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren oder "verrückt" zu werden steigern sich bis hin zur Todesangst. Nach einigen Minuten ist der Spuk in der Regel wieder vorbei. Was zurückbleibt, ist Hilflosigkeit und Angst vor einer möglichen nächsten Attacke.

 

Weil Herr W. nach seiner ersten Panikattacke zunächst befürchtete, einen Herzinfarkt erlitten zu haben, beginnt für ihn eine Odyssee an Arztbesuchen, die Suche nach einer körperlichen Ursache bleibt ergebnislos. "Sie sind gesund." Eigentlich möchte das jeder hören, nach den immer wiederkehrenden Panikattacken ist das für Herrn W. jedoch schwer zu glauben.

 

WICHTIG: Panikattacken können durchaus durch körperliche Beschwerden und Krankheiten hervorgerufen werden, somit ist eine gezielte ärztliche Untersuchung IMMER ratsam und sinnvoll. Mögliche Ursachen können unter anderem Schilddrüsenüberfunktion, Unterzuckerung oder COPD (Chronisch Obstruktive Lungenerkrankung) sein. Ebenfalls können eine Koffeinvergiftung, Medikamente oder Drogen wie Kokain, Amphetamine, Halluzinogene und Opiate zu Panikattacken führen.

 

In vielen Fällen liegt jedoch eine psychische Ursache zugrunde. So auch bei Herrn W., der sich inzwischen im Internet selbst auf die Suche nach möglichen Ursachen gemacht hat. Er ist in der letzten Zeit sehr gestresst auf der Arbeit – Herr W. ist Außendienstmitarbeiter und fühlt sich ständig unter Druck, seine Vorgaben zu erfüllen – außerdem neigt er schon von Kindheit an zu Ängsten. Er ist oft besorgt, innerlich unruhig und seit geraumer Zeit hat er Probleme, einzuschlafen. Obwohl er inzwischen einiges über die Panikattacken gelesen hat, kommt es immer häufiger zu Situationen, in der er die Panik in sich aufsteigen spürt. Er fährt nicht mehr gerne mit dem Auto zu seinen Kunden, meidet Restaurants und in seinem Sportverein war er auch länger nicht aktiv. Das starke Herzklopfen bei sportlicher Betätigung lässt ihn trotz aller körperlichen negativen Befunde insgeheim immer noch befürchten, dass etwas mit seinem Herz nicht in Ordnung ist. Herrn W.s Lebensqualität nimmt immer mehr ab, auch in Phasen ohne Panikattacken lässt ihn die Angst davor kaum noch los. Nach mehreren quälenden Monaten vertraut er sich einer Bekannten an und ist überrascht zu erfahren, dass auch sie an Panikattacken gelitten hat, jedoch erfolgreich eine Therapie dagegen machen konnte. Das motiviert Herrn W., sich ebenfalls Hilfe zu suchen.

 

Wichtig ist bei jeder Therapieform die Aufklärung über die Sachlage:

  • eine Panikattacke führt nicht zum Tod

  • man verliert weder die Kontrolle noch wird man "verrückt"

  • auch wenn das in den jeweiligen Situationen vom Patienten so nicht gewollt ist – das vegetative Nervensystem, in diesem Fall der Sympathikus, funktioniert wunderbar: der Verstand ist ausgeschaltet, der Körper läuft auf Hochtouren und ist für Kampf oder Flucht bereit

  • eine Panikattacke hört nach einer gewissen Zeit auch ohne Gegenmaßnahmen von selbst auf, der Körper kann die Angst nicht dauerhaft aufrecht erhalten; der Parasympathikus beruhigt das ganze körperliche System wieder, die produzierten Stresshormone sind "verbraucht" und die Symptome verschwinden

Da die ursächlichen Ängste für Panikattacken im Unterbewusstsein liegen, ist die Hypnosetherapie zur Behandlung dieser Störung sehr gut geeignet. Auch wenn es wichtig ist, zu verstehen, was und warum da mit einem passiert, an die Ursache kommt man für gewöhnlich so nicht heran. Denn bei der Panikattacke handelt es sich im Endeffekt um ein Symptom, nicht um die letztendliche "Krankheit". Diese ist tiefer zu suchen und mit Hilfe der Hypnosetherapie lässt sich recht schnell eine Verbesserung und Entspannung der Gesamtsituation erreichen.

 

Wenn Sie die hier beschriebenen oder ähnliche Symptome bei sich festgestellt haben, scheuen Sie sich nicht, Hilfe zu suchen. Jeder Mensch hat das Recht auf ein angstfreies Leben.

 

 

Herrn W. geht es übrigens heute wieder gut.