"Etwas lernen und mit der Zeit darin immer geübter werden, ist das nicht auch eine Freude?" Konfuzius


Kleines Hypnose-Lexikon

Wissenswertes über Hypnose und Hypnosetherapie

A

Aktiv-Wachhypnose

Der hypnotische Zustand wird über Bewegung eingeleitet, nicht wie sonst üblich, über die Entspannung. Die Aktiv-Wachhypnose wird häufig im sportlichen Bereich angewendet, kann aber auch bei vielen anderen Themenbereichen eingesetzt werden.

 

 

Analgesie

Schmerzabschaltung, kann unter anderem durch Hypnose erzielt werden.

 

 

Anamnese

Erfragung und Erfassung der Krankengeschichte eines Patienten. Aber auch das Umfeld und die Lebensgewohnheiten können ein möglichst umfassendes Bild ergeben, das zur Diagnosestellung wichtig sein kann.

 

 

Armlevitation

Der Hypnotiseur lässt einen Arm des Hypnotisierten durch Suggestionen "schweben". Für den Hypnotisierten fühlt es sich an, als ginge das ganz von selbst. Man macht sich hier die Ideomotorik zu nutze.

 

 

Autogenes Training

Wurde vom Psychiater und Psycho- und Hypnosetherapeuten Johannes Heinrich Schultz entwickelt und in den 1920er Jahren veröffentlicht. Es handelt sich hierbei um ein in Deutschland gesetzlich anerkanntes Therapieverfahren. Das Autogene Training ist eine Form der Selbsthypnose.

 

 

Autosuggestion

Suggestionen, die sich eine Person selbst gibt, z.B. in der Selbsthypnose oder beim Autogenen Training - hier nennt man sie "Formeln".


B

Bewusstsein

Modellhaft betrachtet der Sitz des Kurzzeitgedächtnisses und der Willenskraft. Hier werden logische und analytische Denkprozesse durchgeführt, die Umwelt wird rational beurteilt.

 

 

Blickfixation

Die Konzentration des Blickes eines Hypnoseklienten auf einen bestimmten Punkt oder Gegenstand und dient der Fokussierung der Aufmerksamkeit. Kann als Teil der Induktion genutzt werden.

 

 

Blitzhypnose

Sehr schnelle Hypnoseeinleitung.


C

Carpenter-Effekt

Auch "Ideomotorischer Effekt". Besagt, dass das Sehen einer bestimmten Bewegung sowie das Denken daran die Tendenz zur Ausführung ebendieser auslöst. Dieses Phänomen kommt beispielsweise unter anderem bei der Armlevitation zum Tragen. Der Carpenter-Effekt ist neurowissenschaftlich nachgewiesen.

 


E

Elman, Dave

(1900 - 1967) US-amerikanischer Hypnotiseur und Hypnose-Ausbilder. Die sogenannte Elman-Induktion ist eine einfache und relativ schnelle Einleitung, um den Klienten in den Somnambulismus zu führen und wird in der Hypnosetherapie häufig eingesetzt. Der OMNI-Gründer Gerald F. Kein war bereits im Alter von 12 Jahren Schüler von Dave Elman.

 

 

EMDR

"Eye Movement Desensitization and Reprocessing", zu Deutsch in etwa Desensibilisierung und Aufarbeitung durch Augenbewegung. Wurde ursprünglich zur Behandlung von Traumata entwickelt und genutzt, wird heute aber auch sehr erfolgreich bei anderen Indikationen eingesetzt, z.B. Ängste und Phobien. EMDR kann als eigenständige Therapiemethode eingesetzt werden, oder auch während der Hypnose Anwendung finden.

 

 

Entspannungshypnose

Hypnoseanwendung, die hauptsächlich der körperlichen Entspannung dient, Stress abbaut und zu einem angenehmen Ruhezustand verhilft.

 

 

Erickson, Milton H.

(1901 - 1980) US-amerikanischer Psychiater, Psychologe und Psychotherapeut, der den Einsatz von Hypnose als Therapieform maßgeblich förderte. Auf die Begründer des NLP, Richard Bandler und John Grinder, hatte seine Hypnosetechnik großen Einfluss. Ericksons sogenannte Hypnotische Sprachmuster wurde von ihnen im Milton-Modell beschrieben.

 

 

Esdaile-Zustand

Auch "Coma-State"; tiefer hypnotischer Zustand, in dem der Hypnotisierte Euphorie und großes Wohlbefinden erlebt und ohne entsprechende Suggestionen schmerzfrei ist.


F

Fantasiereise

Ein Hypnotisierter kann in einer Fantasiereise Dinge erleben, die im realen Leben (noch) nicht möglich sind. Kann rein zur Entspannung dienen, aber auch im Coaching oder in der Therapie gezielt eingesetzt werden.

 

 

Fraktionierung

Dient zur Vertiefung der Hypnose. Der Hypnotisierte wird gebeten die Augen zu öffnen und wieder zu schließen. Er bleibt dabei in Hypnose. Beim Augenschließen wird suggeriert, dass sich die bisherige Entspannung nochmals vertieft, was auch der Fall ist.


G

Glaubenssatz

Einstellungen und Meinungen, die ein Mensch für wahr hält. Viele hinderliche Glaubenssätze sind uns gar nicht bewusst, z.B. wenn die Eltern immer sagten: "Ohne Fleiß kein Preis". Diese Aussage kann sich unterbewusst festgesetzt haben und im späteren Leben dazu führen, dass sich die Person nie etwas Gutes gönnen kann, ohne dafür sehr viel getan, es also "nicht verdient" zu haben. Glaubenssätze lassen sich in Hypnose sehr gut bearbeiten.


H

Hypnoanalyse

Vorgehen in Hypnose, um die Ursache eines Problems zu finden und aufzulösen.

 

 

Hypnose

Gezielt herbeigeführter Bewusstseinszustand, der sowohl vom Schlaf als auch vom Wachbewusstsein abweicht. Es gibt viele unterschiedliche Formen der Hypnosetiefen und den damit verbundenen Hypnoseanwendungen. Ziel ist jedoch immer, den Kritischen Faktor des Bewusstseins zu umgehen und dem Hypnotisierten so ungefilterten Zugriff zu seinem Unterbewusstsein zu ermöglichen.

 

 

Hypnoseausleitung

Das "Herausholen" des Hypnotisierten aus der Hypnose. Normalerweise erfolgt die Ausleitung durch zählen (z.B. rückwärts von 5 bis 1).

 

 

Hypnoseeinleitung

Auch Induktion genannt. Der Klient/Patient wird durch den Therapeuten in Hypnose gebracht. Hier gibt es viele verschiedene Techniken, wie z.B. die Elman-Indukion oder die Blitzhypnose.

 

 

Hypnosesitzung

So wird die Behandlung mit Hypnose genannt, sowohl im Coaching als auch im (psycho)therapeutischen Bereich.

 

 

Hypnosetherapie

Einsatz von Hypnose im psychotherapeutischen und medizinischen Bereich.


I

Ideomotorik

Eine unbeabsichtigte Muskelbewegung durch einen Gedanken oder eine hypnotische Suggestion.

 

 

Induktion

Anderer Begriff für Hypnoseeinleitung.


K

Katathymes Bilderleben

Auch: Katathym-imaginative Psychotherapie (KIP)

tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapieform, die der Hypnose ähnelt. Der Patient imaginiert vorgegebene Szenerien (z.B. Wiese, Bachlauf, Waldrand) und kann über die so entstehenden Szenen symbolhaft an seinen Problemen arbeiten und Konflikte ausagieren.

 

 

Kein, Gerald (Jerry) F.

(1939 - 2017) Gründer des OMNI Hypnosis Training Center in Florida. Wurde im Alter von 12 Jahren Schüler von Dave Elman und hat dessen Methoden weiterentwickelt. Neben dem Mind Model und vielen anderen wichtigen Erkenntnissen hat Jerry Kein den hypnotischen Zustand des Ultra-Height(c) entdeckt. Es handelt sich hierbei um einen Zustand, in dem der Hypnotisierte mit seinem "Höheren Selbst" in Kontakt kommt und zum Beispiel seine Selbstheilungskräfte aktiviert. 

 

 

Klinische Hypnose

Einsatz von Hypnose zur Behandlung  von Störungen mit Krankheitswert. Der Begriff hat nichts mit "Klinik" oder "Krankenhaus" zu tun. 

 

 

Kritischer Faktor

Modellhaft betrachtet eine Art "Filter" oder "Firewall" zwischen Bewusstsein und Unterbewusstsein und ist erst mit ca. 12 Jahren voll entwickelt. Entscheidet beispielsweise, ob eine neue Information ins Unterbewusstsein durchdringen kann oder "abgewehrt" wird. 


L

Leerhypnose

Bezeichnet das Ein- und wieder Ausleiten der Hypnose ohne spezielle Anwendung. Wird zu Übungs- oder Demonstrationszwecken genutzt.


M

Metapher

Worte oder Sätze werden in einen anderen Bedeutungszusammenhang übertragen, oft bildhaft und leichter zu verstehen, z.B. "Wasser in den Rhein tragen" oder "Die Nadel im Heuhaufen suchen". Im NLP und in einigen Hypnoseanwendungen werden Metaphern gezielt eingesetzt, um schwer zu formulierende Zusammenhänger leichter verständlich darzustellen.

 

 

Mind Model

Von Jerry Kein entwickeltes Modell zur Darstellung, was Hypnose ist und wie und warum sie wirkt. Es enthält im Wesentlichen die Bestandteile Bewusstsein, Unterbewusstsein, Unbewusstes und den Kritischen Faktor. 


N

NLP, Neurolinguistisches Programmieren

Von Richard Bandler und John Grinder entwickelte Methode zur positiven und effektiven Veränderung. Die Methode enthält auch viele hypnosetherapeutische Elemente, die die NLP-Begründer durch die Beobachtung der Techniken von Milton Erickson entwickelt haben. 

 


O

OMNI

1979 von Jerry Kein gegründete Institution zur Ausbildung von Hypnotiseuren und Hypnosetherapeuten. Mittlerweile gibt es weltweit Ausbildungszentren. Seit 2015 ist die Hypnoseausbildung ISO 9001-zertifiziert. Der Name OMNI hat keine tiefere Bedeutung, er wurde von Jerrys Ehefrau vorgeschlagen.


P

Probehandeln

Das Ausprobieren einer bestimmten Situation in Hypnose. 

 

 

Problemtrance

Zustand, den man herstellt, wenn man sich gedanklich oder durch Erzählen in ein stark emotionsbehaftetes Thema begibt. Man erzählt beispielsweise von einem Streit, bei dem man sehr wütend wurde. Obwohl diese Situation in der Vergangenheit liegt, wird die Wut wieder so stark empfunden wie im eigentlichen Streitgespräch.

 

 

Progression

Das Versetzen eines Hypnotisierten in die Zukunft. Das kann zum Beispiel zum Probehandeln geschehen oder ein Klient, der abnehmen möchte, nimmt sich in der Progression schon mit seiner Wunschfigur vor einem Spiegel wahr oder in seinem Lieblingskleidungsstück, dass dann wieder passen wird.


R

Regression

Das Zurückversetzen an einen Zeitpunkt in der Vergangenheit. In der Hypnoanalyse wird die Regression gezielt eingesetzt, um die Ursprungssituation eines entstandenen Problems herauszufinden.

 

 

Ressource

Themen aus dem Leben eines Patienten oder Klienten, die für die Behandlung nützlich sein können, z.B. Hobbies, Erlebnisse oder Ziele.


S

Selbsthypnose

man hypnotisiert sich selbst, ohne Einwirkung einer anderen Person oder der Zuhilfenahme von CDs, Audiofiles etc.

 

 

Somnambulismus

Wichtigster Hypnosezustand für die therapeutische Arbeit oder das Coaching. Der Kritische Faktor wird umgangen, Suggestionen werden akzeptiert (sofern sie nicht Werte- oder Moralvorstellungen des Hypnotisierten widersprechen).

 

 

Suggestion

Vom englischen Wort für "Vorschlag". Entweder vom Hypnotiseur oder in der Selbsthypnose selbst gegebene Wirksätze, die direkt im Unterbewusstsein implementiert werden und ihre Wirkung entfalten. 


T

Timeline

auf Deutsch "Zeitlinie", eine vorgestellte Darstellung einer bestimmten Zeitspanne, im therapeutischen Rahmen häufig die Lebenszeit eines Menschen, inklusive der Zukunft.

 

 

Trance

Im Bereich der Hypnose handelt es sich um einen veränderten Bewusstseinszustand, in der sich eine Person nach einer Hypnoseeinleitung befindet. Die Formulierungen "in Trance sein" und "in Hypnose sein" werden oft gleichwertig verwendet. 


U

Unbewusstes

Modellhaft betrachtet werden vom Unbewussten die autonomen Körperfunktionen (z.B. der Atemreflex und die Herztätigkeit) und das Immunsystem gesteuert. 

 

 

Unterbewusstsein

Modellhaft betrachtet Sitz des Langzeitgedächtnisses, von Emotionen und Gewohnheiten. Es gilt als Sitz des eigentlichen ICHs. Reagiert träge auf Einflüsse von außen, bereits gespeichertes kann durch das Bewusstsein nicht oder nur sehr schwer geändert werden. Das Unterbewusstsein lernt durch Anerkennung, Autorität, Wiederholung, starke Gefühle und Hypnose.


V

Visualisierung

Die bildhafte Vorstellung von etwas. So arbeitet man in der Hypnose beispielsweise, indem man ein Problem, einen Schmerz oder ein Gefühl bildhaft vom Klienten/Patienten bildhaft beschreiben lässt. 


W

Wachhypnose

Herbeiführen von hypnotischen Effekten, die im eigentlichen Wachzustand einer Person akzeptiert werden.